Tanzen für alle – Landesvorstand der GJH fordert die GEMA auf, ihre Tarifreform zu überarbeiten

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Der Landesvorstand der Grünen Jugend Hessen (GJH) sieht die geplante Reform der Tarifstruktur der Gesellschaft für musikalische  Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) kritisch: „Es ist gut, dass die GEMA ihre Tarifstruktur vereinfachen und transparent gestalten will, aber allein der gute Wille ist dabei nicht ausreichend.“

In ihrer Tarifreform möchte die GEMA unter anderem zehn Prozent des Eintrittspreises für sich beanspruchen. „Hier begeht die GEMA einen Fehler. Ihre Berechnungen beziehen sich auf die Quadratmeterzahl des Veranstaltungsortes und den Eintrittspreis. Dabei ist es ihr egal, wie stark die Veranstaltung besucht ist. Es wird also immer von einer vollen Auslastung der Veranstaltung ausgegangen.“, kritisiert Alexander Unrath, kulturpolitischer Koordinator und Landesschatzmeister der GJH.

Der Vorstand der GJH befürchtet, dass sich nur noch bestimmte Veranstaltungen und Clubs auf Dauer durchsetzen können. „Die kulturelle Vielfalt wird dadurch nachhaltig geschädigt.“, so Unrath. „Ein Clubsterben lässt die Regionen nicht nur kulturell verarmen, sondern schadet auch der Wirtschaft.“

Der Landesvorstand der GJH fordert die GEMA deshalb auf, ihre Tarifreform zu überdenken und der Realität anzupassen. Dabei sei es besonders wichtig, die kulturelle Vielfalt in der Musik nicht zu schädigen. Eine faire Tarifstruktur muss die Interessen von Künstlerinnen und Künstlern, Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie Besucherinnen und Besuchern ausgeglichen berücksichtigen.

Solange die GEMA ihre Forderungen nicht überarbeitet, fordert der Landesvorstand der Grünen Jugend Hessen die Musik- und Tanzkulturszene auf, die GEMA mit friedlichen und kreativen Protesten von einer Reform der Reform zu überzeugen. Die Junggrünen selbst planen Kultusministerin Beer (FDP) ihre Position in den nächsten Tagen in einem offenen Brief darzulegen.