Aufbruch zum Kulturbahnhof
Die Grüne Jugend Bad Homburg hat sich seit über 2 Jahren für den Kulturbahnhof im Bad Homburger Bahnhof eingesetzt. Alle politischen Parteien konnten dieser Idee nicht widersprechen, jedoch wurden wir und die anderen Jugendlichen auf unbestimmte Zeit vertröstet. Dies wurde damit begründet, dass sich der Bad Homburger Bahnhof nicht im Besitz der Stadt Bad Homburg befand. Doch vor knapp 2 Jahren wurde die Stadt Eigentümerin des traditionsreichen Komplexes.
Die Stadt Bad Homburg konnte in den letzten 2 Jahren lediglich die Turmuhr reparieren. Doch eine nötige Grundreinigung des verdreckten Bahnhofes wurde bis heute nie getätigt. Das ist für den historischen Bau kein ehrenwerter Zustand.
Des Weiteren wurde von der damaligen Oberbürgermeisterin Jungherr eine Kommission zur Findung eines Architektenbüros eingesetzt. Die Zusammensetzung lief damals schon sehr merkwürdig ab. So wurden in die Kommission VertreterInnen der Fraktionen berufen. VertreterInnen der BLB und NHU Fraktion wurden dabei nicht berücksichtigt, was zu Recht zum Unmut bei den betroffenen Fraktionen und einem Echo in den Medien führte. Die Begründung war eine defuse Zahl X, die ihre Berechtigung darin sah, die Gruppe möglichst kompakt zu halten. Wir, die Grüne Jugend, lehnen ein solch undemokratisches Verhalten ab!
Dabei kritisiert die Grüne Jugend den Leitsatz, sowie die Ausschreibungsform an sich.
"Die Stadt Bad Homburg beabsichtigt die Sanierung und den Umbau des bestehenden, denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes der Stadt Bad Homburg v.d.H.. Ziel ist es, das Objekt grundlegend zu sanieren und insbesondere die historischen Bahnhofshallen und angrenzenden Nebentrakte wirtschaftlich erfolgreich zu attraktivieren." Erster Satz der Ausschreibung!
In der ganzen Ausschreibung wird der Kulturbahnhof oder die Jugend mit keinem Wort erwähnt. Auf einer Podiumsdiskussion, auf der das Thema Kulturbahnhof angesprochen wurde, versprachen die damaligen Vertreter der Koalition Zalud (CDU) und Cannawurf (FDP) den Bahnhof zu einem Kulturbahnhof auszubauen, sofern das Gebäude von der Stadt erworben werde. Dies ist vor zwei Jahren eingetreten. Bisher haben weder CDU noch FDP ihr damaliges Versprechen umgesetzt. Statt Jugend und Kultur beschließt die Koalition "wirtschaftliche erfolgreiche Attraktivierung". Das widerspricht dem Grundkonsens zum Kulturbahnhof. Wir fordern einen Kulturbahnhof, der von der Stadt oder einem Verein betrieben werden soll. Nur so kann sicher gestellt werden, dass die Preise auch sozial- und jugendverträglich bleiben. Im Gegensatz zu einem wirtschaftlichen Investor reicht es der Stadt oder einem Verein kostendeckend zu arbeiten, während ein Unternehmen nach Gewinnmaximierung strebt, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu agieren. Natürlich befürwortet die Grüne Jugend freie Märkte, aber nur im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft, weshalb wir das Kulturangebot in städtischen Händen besser aufgehoben finden. Wir alle wissen, dass Kultur nicht im Sonderangebot erhältlich ist, aber schließlich schätzen wir alle den Wert einer ausgeprägten Kulturlandschaft. Wir erinnern nur an Theater, Museen und andere kulturellen Einrichtungen, die zu Recht von der öffentlichen Hand gefördert werden.
Jetzt liegt es an uns, die Gestaltung des Bahnhofes in die Hand zu nehmen. Deshalb fordern wir die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppierung bei der Realisierung dieses wichtigen Projekts der Stadt Bad Homburg. Konkret könnte dies zum Beispiel eine Beteiligung von
- den zuständigen Dezernaten und Stadtbehörden,
- allen im Parlament vertretenen Fraktionen,
- allen politischen Jugendorganisationen,
- der SchülerInnenvertretung,
- einer RentnerInnen-Delegation und
- dem Ausländerbeirat
bedeuten.
Nur mit einer nachhaltigen Planung, durch Mitbestimmungen verschiedener Gruppierungen, kann das Projekt vom Kulturbahnhof getragen und weiterentwickelt werden.
Nun wollen wir auch die konkreten Forderungen der Grünen Jugend auflisten:
- Die Stadt oder ein Verein soll den Kulturbahnhof unterhalten
- Soziale- und jugendfreundliche Preise
- Ein Kulturcafe mit einer multifunktional Bühne für Konzerte, Lesungen, Theater, Podiumsdiskussion und ähnliches
- Ein Bahn-Service-Center, eine Bäcker und ein Kiosk im Hallenbereich
- Ein Fahrradparkhaus
- Seminarräume für Kunstgruppen, Vereinen, Jugendorganisationen und ähnliches
- Bandproberäume
- Eine größere Räumlichkeit zum Mieten für Veranstaltungen, wie Geburtstagsfeiern (siehe Vereinshaus Dornholzhausen)
- Generationenübergreifendes Programm
Natürlich verschließen wir uns nicht dem Gedanken aus dem Bahnhofsareal eine Kulturmeile zu machen. Wir befürworten das ausdrücklich! Jedoch wollen wir, dass mit dem Kulturbahnhof schnellstmöglich ein Anfang gemacht wird, da wir wissen, dass die Arealplanung noch länger dauern wird. Daher fordern wir eine schnellstmögliche Umsetzung des Projekts Kulturbahnhofes. Die Planung der Kulturmeile muss dem Konzept des Kulturbahnhofes angepasst werden.
Mit Dezernentin Beate Fleige (Kulturausschuss), Oberbürgermeister Michael Korwisi (Stadtentwicklung) und Dieter Kraft (Jugend und Soziales) hoffen wir auf eine Wende der bisherigen Politik. Wir wollen endlich gehört werden. Unsere Meinung ist ein Teil der Gesellschaft die in dem politischen Apparat nicht verloren gehen darf. Die Grüne Jugend steht jeder Zeit zur Verfügung, um ihre Vorstellung des Kulturbahnhofes zu präsentieren. Wir wollen einen schnellen, nachhaltigen und demokratischen Aufbruch zum Kulturbahnhof.